STEFANIE
BLOCHWITZ

TV- & SPORTMODERATORIN
EVENT-MODERATORIN
REPORTERIN

Kann mich mal einer kneifen?

Hamsterkäufe, Ausgangssperren, Gesichtsmasken: Was ist denn jetzt los? Vor ein paar Wochen hätte doch niemand für möglich gehalten, dass wir uns einmal mit diesen Themen auseinandersetzen müssen. Das Corona-Virus verändert gerade unser Leben und somit auch die Welt des Sports. Zuerst wurden einzelne Spieltage und Wettkämpfe verschoben. Da habe ich mir noch nicht viel bei gedacht, außer: Was mache ich jetzt plötzlich an einem freien Wochenende? Wie die meisten Menschen bin ich die ersten Tage aufgewacht und dachte, ich bin in einem schlechten Traum. Alles Kneifen und Schütteln hat nicht geholfen. Es ist kein Traum.

Dadurch sind auch alle wieder ein Stück zusammengewachsen. Die Welle an Unterstützung, Solidarität und Dankbarkeit an jeder Ecke tut gut und zeigt uns umso mehr, was im Leben wichtig ist: Gesundheit und füreinander da sein. Für die meisten olympischen Athleten ist das gerade eine Katastrophe, niemand weiß wie und wann es „normal“ weitergeht. Seit Monaten haben sich die Sportler akribisch auf ihre Wettkämpfe vorbereitet, sind jeden Tag an ihre Belastungsgrenzen gegangen, um sich den Traum von Tokio zu erfüllen. Für Außenstehende entsteht jetzt der Eindruck, dass die Randsportler zu den Verlierern der Corona-Krise gehören. Doch sie sind auch Gewinner. Denn die Gesundheit jedes Einzelnen steht über materiellen Dingen. Das mussten auch die japanischen Organisatoren und das große IOC einsehen.

Allein die Vorstellung an das erste „richtige“ Sportjahr nach Corona lässt die Herzen höherschlagen. Wie sehr werden wir mitfiebern und zu schätzen wissen, was wir eigentlich haben? Wann auch immer das sein wird, es kann nur gut werden. Bis dahin müssen wir uns etwas einfallen lassen und da ist auch mal Kreativität gefragt. Das hat auch die Spenden-Aktion „Wir laufen für euch“ gezeigt. Roman Knoblauch und Michael Fischer-Art sind einen Marathon in Leipzig für den guten Zweck gelaufen, um den Sport und die Vereine in der Stadt zu unterstützen. Dazu gab es eine 7-stündige Livesendung mit Moderatoren und Prominenten. Bei einigen Beteiligten wartet man sonst monatelang auf eine Interviewzusage – bei dieser Aktion waren alle sofort dabei. Insgesamt 15.000€ wurden gespendet. Auch bei anderen Vereinen hat es in den letzten Wochen Zusammenschlüsse gegeben, die vorher undenkbar waren. Aus Kontrahenten werden Partner. Das zeigt zum Beispiel die Aktion „virtuelles Derby“ zwischen den Icefighters Leipzig und dem ewigen Rivalen aus Halle. Der Sport macht uns gerade vor, wie es geht. Jetzt müssen wir alle gemeinsam unbeschadet durch diese Krise kommen und können dann verdammt stolz auf uns sein.

Foto: Jonez

2020-09-02T12:01:32+02:00
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